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22. Mai 2010 6 22 /05 /Mai /2010 19:08

Tabubruch im arabischen Fernsehen


Eine Dichterin aus Riyadh begeistert das Publikum mit Protest gegen den Religionsterror 


Die muslimischen Prediger "sitzen auf ihren mächtigen Thronen, terrorisieren die Leute und wildern wie Wölfe unter den Menschen, die nur ihren Frieden suchen", las die Dichterin Hissa Hilal aus Riyad vollverschleiert bei der wöchentlichen Poesie-Show, die in den VAE produziert wird, vor Millionen Zuschauern, immer wieder von Hochrufen aus dem Saal unterbrochen.


Das Erlaubte werde ins Unerlaubte verdreht. Ein Monster krieche aus seinem Versteck, "böse in der Stimme, barbarisch im Denken, wütend und blind – gehüllt in den Tod als Gewand und zusammengeschnürt von einem Gürtel"

– eine Anspielung auf die Sprengstoffgürtel von Terroristen.


Für viele wurde sie über Nacht zum Idol, Eiferer in islamischen Internetforen forschen nach ihrer Adresse und bedrohen sie mit dem Tod. Von Kopf bis Fuß in ein schwarzes Gewand gehüllt, ihr Gesicht bis auf einen schmalen Sehschlitz verdeckt, wurde die junge saudische Dichterin auf der Bühne des Al Raha Theaters in Abu Dhabi von 2000 Zuhörern mit Ovationen gefeiert. Am Ende wählten Jury und Publikum sie mit 47 von 50 Punkten als erste Frau zusammen mit vier Männern ins Finale des populären TV-Poesiewettbewerbs "Dichter für Millionen", wo sie am nächsten Mittwoch einen Preis von einer Million Euro gewinnen kann.


Während die Konkurrenten mit traditionelle Oden die Schönheit des Beduinenlebens und den Ruhm der arabischen Herrscher besangen, knöpfte sich Hissa Hilal aus Riyadh in ihrem Fünfzehnzeiler die geistigen Führer und deren absurde Fatwas (islamische Rechtsgutachten) vor, ein unerhörter Tabubruch und noch dazu live im Fernsehen.

Angriff auf den ultrakonservativen Scheich, schreibt die FR im Zwischentitel, damit die Leser nicht auf die Idee kommen, es könne sich um eine Protest gegen den Islam handeln.


Hilals Publikum dagegen sieht ihre Reime vor allem als Angriff auf den ultrakonservativen Scheich Abdulrahman bin Nasser al-Barak. Der hatte in seiner jüngsten Fatwa verlangt, wer für eine Aufhebung der Geschlechtertrennung von Männern und Frauen eintrete, solle exekutiert werden. In Saudi-Arabien ist der öffentliche Kontakt von Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet sind, strikt untersagt. Sie dürfen nicht zusammen ausgehen, Taxi fahren oder im Restaurant essen.


Der brisante Vortrag der Dichterin aus Riyadh hat eine Vorgeschichte aus den Anfängen des Islam. Schon zur zeit des Propheten gab es Spottgedichte auf ihn, nicht alle Frauen schätzten den Auftritt der neuen Frauenbevormunder und Versklaver. Die Dichterin Asma bint Marwan schreib Spott-Verse auf Mohammed, worauf der Gesandte Allahs die Schwangere bestialisch abschlachten liess. Davon möchte die FR freilich nichts wissen, die den Religionsterror vorsichtshalber auf einen Scheich beschränkt sehen möchte.

 

Jedes Jahr treten 48 Bewerber aus zwölf arabischen Ländern gegeneinander an. Woche für Woche scheidet einer aus, bis fünf Finalisten übrig bleiben. Bewertet werden Stimme, Vortrag und Thema, erläutert Sultan al-Amimi, Mitglied der dreiköpfigen Jury und Chef der Akademie für Dichtung in Abu Dhabi. Hissa Hilal, die Mutter von vier Kindern ist, nennt er "eine mutige Dichterin".


Die FR hütet sich, die Autorin mutig zu nennen. Damit müsste sie ihre eigene Feigheit eingestehen. 2006 veröffentlichte sie den Hetzaufruf von 60 „Migrations“forschern gegen die mutige Muslima Necla Kelek, die sich für die Säkularisierung des Islam einsetzt. Was der FR einen Hetzaufruf wert war. Auf die Gegenstimmen zu dieser notorischen Medienhetze gegen die mutigen Dissidentinnen wartet man vergebens.

Ihre Verse will sie verstanden wissen als Kritik an dem Einsatz von Fatwas in der arabischen Welt generell und deren wachsender Popularität unter Extremisten.


Auch in der westlichen Welt kommen Fatwas zum Einsatz. Es sind die Fatwas der Islamlobby in den Medien gegen Islamkritik, „Islamfeindlichkeit“ heisst der neue Blasphemietatbestand, mit dem die Islamlobby gegen Islamkritiker mobil macht. Eine islamservile deutsche Presse leistet Handlangerdienste zur Kriminalisierung von Islamkritik, während in islamischen Ländern Protest gegen das Religionsregime lebensgefährlich ist.


"Extremismus macht sich immer mehr breit – nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch in Ländern wie Ägypten, Jordanien und Syrien", sagt Hissa Hilal und fügt hinzu. "Mein Gedicht sollte allen arabischen Frauen eine Stimme geben. Denn sie wurden zum Schweigen gebracht von Leuten, die unsere Kultur und unsere Religion als Geisel genommen haben."


Ob die Kultur als Geisel genommen wir oder ob sie nicht diese Zustände produziert, ist eine Frage. Aber Hissa Hilal begibt sich schon mit diesem Tabubruch in äusserste Lebensgefahr. Das ist der Redaktion zwar schon lange bekannt, aber sie hütet sich, einen „islamfeindlichen“ Artikel zu veröffentlichen, etwa von einem Ex-Moslem im Exil in Deutschland, wie Sami Alrabaa, der die Zustände in Saudi-Arabien so gut kennt wie die Predigten in Arabisch in deutschen Moscheen, die er deutschen Tageszeitungen vergebens bekannt zu machen suchte.

Quelle: >http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=2461215&em_loc=2091

von Regine van Cleev

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Published by Regine van Cleev
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