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Gegenaufruf für die angegriffenen Islamkritkerinnen

Gerechtigkeit für demokratische Islamkritikerinnen

In der Frankfurter Rundschau erschien vor ca drei Jahren, am, 17.02.2006,  der Hetzaufruf gegen Necla Kelek, nach ihrem Buch „Die fremde Braut“, über das ein Mark Terkessides, der der Zwangsheiraten als arrangierte Ehen verniedlichte, in einem Aufruf der 60 Migrationsforscher herfiel. Statistisches material zur Zwangsehe konnte er selber nicht vorlegen und Kele nicht widerlegen. Der Aufruf wurde beantwortet von einem Gegenaufruf, den DIE ZEI sich weigert abzudrucken. Wir veröffentlichen ihn noch einmal, denn er ist immer noch aktuell, besonders angesichts der erneuerten perfiden Anwürfe gegen Necla Kelec und Hirsi Ali und alle Islamkritiker, die das Freundbild der Islamlobby stören. 

Mit realitätswidriger Schönfärberei und  positiven  Vorurteilen  wird Integration und wahrheitsorientierte Migrationsforschung verhindert. Ein Warnruf

Ehrenmorde, Zwangsheiraten und rigide patriarchalische Grundorientierungen sind ebenso wie  antijüdische Verschwörungsideologien und mangelnder Respekt gegenüber säkular-demokratischen Grundprinzipien ernst zu nehmende und nichtmarginale Phänomene innerhalb der islamisch geprägten Kulturgemeinschaft. Darüber gibt es national und international eine umfangreiche Literatur einschließlich zahlreicher hinreichend validierter Studien.  Vor diesem Hintergrund behauptet niemand, dass sämtliche Muslime aktive Anhänger und Akteure eines reaktionär-konservativen bis fundamentalistischen Gesetzesislam sind, aber es ist gut  begründet davon auszugehen,  das innerhalb der islamischen Gemeinschaft starke und einflussreiche Sektoren existieren, die einen strengen, schariatischen und grundrechtswidrigen Glauben lehren, predigen, normieren, anstacheln und repressiv überwachen. Insofern verbietet sich eine undifferenzierte Generalamnestie für alle Muslime.

 

Wenn nun eine Gruppe von ‚MigrationsforscherInnen die  literarisch verarbeiteten Lebenserfahrungen von Frauen, die  den strengen Gesetzesislam in multipler Form am eigenen Leib erfahren haben, als „Boulevard-Stories“ und „reißerische Pamphlete“ abqualifiziert, so ist das nicht nur respektlos und demütigend, sondern auch unwissenschaftlich. Denn bei diesen   Lebensberichten handelt es sich um ‚dichte, hermeneutisch relevante Beschreibungen der Umsetzung einer  Religion in normative Alltagspraxis bzw. um die Legitimation interpersonaler Herrschaftsausübung durch Religion. Oftmals haben diese ‚verdichteten individuell-konkreten Erlebnisreportagen eine erheblich größere Aussagekraft, als jene oberflächlich-empiristischen Untersuchungen, bei denen mit Hilfe von spezifisch zugerichteten Vorgaben  „glättend“,„abschwächend“ und zerstückelnd in die Probanden „hineingefragt“ wird und entsprechende Klischees über die „böse“ (pauschal-rassistische) Aufnahmegesellschaft bedient  werden.  Zudem weisen die  Berichte von „islamgeschädigten“ Frauen schon aufgrund ihrer konkreten Zurechenbarkeit einen erheblich größeren Authentizitätswert auf als die stereotypen Parolen jener „Vorzeige- und Nadelstreifenislamistinnen“ und Konvertitinnen, die wie speziell geschulte Mitglieder eines Wanderkaders durch die Medien ziehen.

 

Die Autoren des Aufrufs „Gerechtigkeit für Muslime“  werfen Necla Kelek „unwissenschaftliches“ und „unseriöses“ Vorgehen vor. Angeblich hätten sie und andere Autorinnen wie Seyran Ates „eigene Erlebnisse und Einzelfälle zu einem gesellschaftlichen Problem aufgepumpt (…), das umso bedrohlicher erscheint, je weniger Daten und Erkenntnisse eine Rolle spielen.“ Doch hinter diesem  Gestus der „Wissenschaftlichkeit“ steckt ein ideologischer Abwehrmechanismus, der darauf abzielt,   Kritik an den vielfältigen antiemanzipatorischen, undemokratischen und freiheitsfeindlichen  Aspekten des orthodoxen Mehrheitsislam, die nicht in das  eigene kulturrelativistische Raster paßt, a priori zu delegitimieren. Im Grunde wird ein einfaches apologetisches Prinzip verfochten: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Negative Merkmale der Migranten müssen sich immer  aus dem ‚Hypertheorem  „Rassismus der Aufnahmegesellschaft“ ableiten lassen; niemals darf  die normative Prägekraft des Islam als Ursache in Erscheinung treten.  Dass in breiten Teilen der islamischen Gesellschaften   fremdenfeindliche Einstellungen gegen Un- und Andersgläubige vorherrschen und geringfügigste Anlässe zu schweren Ausschreitungen führen können, darf dieser parteilichen ‚Migrationswissenschaft erst gar nicht in den Sinn kommen.

Necla Keleks Argumentation stimmt durchaus mit empirischen Forschungsergebnissen überein. So hat das türkische Forschungsinstitut für Frauen Profile im Jahr 2000 herausgefunden, dass für 89 Prozent der türkischen Frauen die Jungfräulichkeit vor der Ehe ein Zeichen der Ehrbarkeit ist. 44,9 Prozent der Frauen und 45 Prozent der türkischen Männer sind der Meinung, dass der Ehemann berechtigt sei, seine Frau zu schlagen, falls diese ungehorsam ist. 77,8 Prozent der misshandelten Frauen schweigen. Zwei von drei Frauen werden per Brautwerber an den Mann gebracht. 24 Prozent der Brautväter verlangen vor der Ehe Brautgeld. Von den verheirateten Frauen sind in den ländlichen Gebieten 52,2 Prozent und in den Städten 36,3 Prozent mit dem Ehemann verwandt.

 

Seit ihrer Dissertation hat sich Frau Kelek offensichtlich von  bestimmten ideologischen Scheuklappen und dominanten Diskursauflagen befreit und erkannt, dass die sozialisationsbedingte Übernahme konservativ-islamischer Grundüberzeugen - trotz formal-oberflächlicher Anpassung an die hiesigen Lebensverhältnisse - bei zahlreichen Migrantenjugendlichen nach wie vor als gravierende Integrationsbarrieren wirken und bei nicht wenigen den Nährboden für  die  Aneignung islamistischer und nationalistisch-rechtsextremistischer Orientierungen bilden. Diese kritische Reflexion intramuslimischer Herrschaftsverhältnisse und Sozialisationsinhalte wird ihr jetzt von unkritischen Migrationsforschern als Verrat vorgeworfen, - verletzt sie damit doch deren kulturrelativistisches Grundtabu. Ganz offensichtlich soll hier die realitätsadäquate Aufdeckung von Tatsachen und Zusammenhängen stigmatisiert werden.

Während nämlich die weiblichen Heranwachsenden das normative Korsett der islamischen Familienmoral zumeist passiv erleiden und mitunter sekundär rationalisieren, haben sich viele männliche Jugendlichen einen vulgären Mascho-Islam zurechtgezimmert, der je nach Bedarf utilitaristisch eingesetzt wird: Während man gegenüber den eigenen Schwestern und weiblichen Verwandten die Rolle des repressiven Sittenwächters einnimmt, werden ‚unislamische Verhaltensweisen systematisch diskriminiert und auch teilweise aggressiv attackiert. Einheimische Frauen in ‚westlicher Kleidung und muslimische Frauen, die sich unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen, gelten als moralisch minderwertige Wesen und „Freiwild“. So wird in einer Studie über demokratiegefährdende Phänomene in Berlin-Kreuzberg festgestellt: „Tatsächlich haben wir in Interviews vielfach gehört, dass Frauen etwa als ‚Nutten oder ‚Huren beschimpft werden. Frauen in Deutschland, so heißt es unter nicht wenigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund ‚sind ja bereit und sie haben keine Moral. An anderer Stelle wird von verbalen Attacken wie ‚Du deutsche Nutte, halts Maul! berichtet“ (Zentrum für demokratische Kultur 2003, S.129). Verwiesen wird auch darauf, dass diese diskriminierenden Attacken nach Aussagen einer Sozialarbeiterin bereits bei Kindern von Einwanderern aus der Türkei und arabischen Ländern anzutreffen sind. Demnach haben diese ‚Muslimkids eine alleinstehende Frau mit folgenden Worten beleidigt: „Na, was bist denn du für eine Schlampe, das kann ja nicht sein, du lebst hier allein, und wieso hast du denn nicht einen Mann , und du hast wohl keinen ab gekriegt.... Zum Alter der Kinder sagt sie: ‚Na die sind zwischen sechs und zwölf Jahren, also wirklich richtige Kinder“ ( ebenda, S.129f.).

 

Deutschland ist kein islamophobes, sondern ein islamophiles Land, wo in der Öffentlichkeit kaum über die wirklichen Grundübel der islamischen Herrschaftskultur gesprochen werden darf. Frau Kelek und andere mutige Autorinnen haben  ein Tabu durchbrochen und dafür werden sie jetzt mit pseudowissenschaftlichen Bannworten gescholten. Solange sich hierzulande aber die vorgebliche „Migrationswissenschaft“ in den Händen solcher islamophiler Kulturrelativisten und zensierender Tabusetzer befindet, ist es um die Herausbildung eines angemessenen  Integrationsdiskurses schlecht bestellt.  Die soziokulturelle Grundvoraussetzung einer gelingenden Integration ist  nicht selbstverleugnende Nachgiebigkeit, sondern das konsequente Einfordern von Respekt gegenüber der säkular-demokratischen Grundordnung. 

Erst-UnterzeichnerInnen:

1.    Sattar Mohamad Ali, Menschenrechtsaktivist, Irak

2.    Nour Abdolkader, Irakischer Flüchtlingsrat, Irak

3.     Mina Ahadi, Frauenrechtlerin, Internationales Komitee gegen Steinigung

4.     Woria Ahmadi, Vorsitzende des Iranischen Flüchtlingsrats, Iran

5.     Mohammad Asangaran, Menschenrechtler, Arbeiterkommunistische Partei Iran

 6.    Rabee Ashat, Women liberation Iran

 7.    Dr. Helmut Beringer, Prof. i.R., Hofgeismar

 8.    Klaus Blees, Mitarbeiter der AKTION 3.Welt SAAR, Trier

 9.     Nora Brinker, Freie Übersetzerin, Oberhausen

10.    Serap Çileli, Frauenrechtlerin und Buchautorin, Hessen

11.    Helga Dittmann-Paetsch, Regierungsrätin in der Senatsverwaltung,  Berlin

12.   Thea Dorn, Schriftstellerin

13.   Herbert Eiteneier, Leverkusen

14.   Dr. Gudrun Eussner, Journalistin, Perpignan

15.   Iraj Farjad, Internationales Komitee gegen die Todesstrafe

16.   Dr. Gunild Feigenwinter, Publizistin, Basel

17.   Ari Gosch, Schauspieler, Berlin

18.   Willy Gettel, Publizist, Berlin

19.   Ralph Giordano, Köln

20.   Ingrid Gloede, Hamburg, Rundfunksprecherin

21.   Sohiela Hasan, Frauenrechtlerin, Irak

22.   Reinhard Hascha, Historiker, Bautzen

23.   Kerstin Heimbold Redaktionsleitung German Media Watch

24.   Dr. Oliver Benjamin Hemmerle, M.A., Mannheim

25.   Clemens Heni, Politikwissenschaftler, Berlin

26.   Hartmut Krauss, Sozialwissenschaftler, Osnabrück

27.   Jürgen Krauß, Erwachsenenpädogoge (DaF), Osnabrück 

28.   Dr. Matthias Küntzel, Politikwissenschaftler und Publizist

29.   Robert Levin, Schauspieler und Sprecher, Köln und Berlin

30.   Dr. Anne Levin, Sozialwissenschaftlerin, Berlin

31.   Ali Mohseni, Komitee für Bürgerrechte im Iran

32.   Ali Moradi, Komitee für Bürgerrechte im Iran

33.   Jane Maureen Muehlum, Wiesbaden

34.   Bernd Müller, Ingenieur

35.   Dorothee Müller, Bonn

36.   Kazen Nixah, editor workers newspaper London

37.   Wolfgang Nossen, Erfurt

38.   Dagmar Pfeifer, Dipl.Ing., Wien

39.   Karl Pfeifer, Journalist, Wien

40.   Iris Raddatz

41.  Dr. Hans Peter Raddatz, Orientalist

42.   Ljiljana Radonic

43.   Nasrin Ramzanali, Frauenrechtlerin, Iran

44.  Jörg Rensmann, Dipl. Politikwissenschaftler, Berlin

45.   Karin Remeikis, Berlin

46.   Robin Renitent, Nordamerika, rebellog

47.   Roland Röder, Geschäftsführer der AKTION 3.Welt SAAR

48.   Monier Scharifpourian, Iran

49.   Walter Schmid, Amstetten

50.   Dr. Michael Schmidt-Salomon, Giorgano Bruno Stiftung

51.   Mohammad Schokohi, Journalist, Iran

52.   Sebastian Schopplich, Gera

53.   Mahbube Siamamardi, Internationales Komitee gegen Todesstrafe, Iran

54.   Markus Vallen German Media Watch Redaktionsleitung

55.   Karin Vogelpohl, Diplom-Pädagogin, Osnabrück

56.   Franz Voß, IT-Kaufmann, Osnabrück

57.   Thomas Tartsch, Sozialwissenschaftler, Bochum

58.   Luise Tekinalp, Berlin

59.   Andreas A. Thieck, Schauspieler und Sprecher, Berlin

60.   Dr. Klaus Thörner, Oldenburg

61.   Lav Überland, Journalist

62.   Andreas Widmann, Hannover, BDB

63.   Philippe Witzmann, Student, Berlin

64.   Klaus Wolf, Wohlenschwil/Schweiz

65.   Shahla Xabazzade, Women libration Iran

66.   Sohiela Xosravie, Frauenrechtlerin, Iran

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Offener Brief an die Medien


Das provokative Auftreten des iranischen Gottesstaates, der Wahlsieg der Hamas und die unsäglichen Reaktionen auf die Mohammad-Karikaturen stellen eine neue Stufe hinsichtlich des Vormarsches der radikalislamischen bzw. islamofaschistischen Massenbewegung dar. Gleichzeitig dominiert bei deutschen und europäischen Politikern, Bildmedien und „Qualitätszeitungen“ eine überwiegend rückweichlerische, opportunistische und problemverschleiernde Haltung, die

a) den Zusammenhang zwischen Islam, Islamismus und islamischem Terrorismus zerreißt und

b) überfrachtet ist mit selbstverstümmelnden Verständnisbekundungen gegenüber den angeblich rein „religiösen Gefühlen“ der Anhänger einer totalitären islamischen Weltanschauung.


Insbesondere bleibt fast durchgängig die unbestreitbare Tatsache ausgeblendet, dass die Karikaturen – unabhängig von ihrem fragwürdigen künstlerischen Wert – sehr wohl eine reale Erfahrung widerspiegeln, die weder religiöse Zensurforderungen noch fromme Demagogie zu suspendieren vermag: Nicht erst seit dem 11. September 2001 haben unterschiedlichste radikalislamische Gewalttäter eine breite Blutspur über den Globus gezogen; die Nachrichtensender quellen über mit Meldungen von Selbstmordattentätern, Bombenanschlägen, Entführungen, Enthauptungen, Ehrenmorden, Mordaufrufen, Haßpredigten etc., die sich allesamt auf den Koran und den Propheten Mohammed berufen. Zudem gibt es eine ganze Reihe Fatwas (Rechtsgutachten) von islamischen Geistlichen, die Selbstmordattentate rechtfertigen. Desweiteren sind Schmähzeichnungen von Christen, Juden und Nichtgläubigen ebenso wie antijüdische Hasstiraden in arabischen Zeitungen weit verbreitet. Freiheit für Andersgläubige und Andersdenkende existiert nirgendwo im islamischen Herrschaftsraum. Fremdenfeindlichkeit grassiert dort überall wie hier dumpfer Rassismus zwischen Hoyerswerda und Pirna. Anstatt diesbezüglich zu protestieren, wird jetzt eine hysterische Empörungswelle entfacht, die in jeder Hinsicht unangemessen ist und scharf zurückgewiesen werden müsste. Es geht hier nicht nur um Pressefreiheit, sondern vor allem um Wahrheit. Niemand fragt sich übrigens, inwieweit die Gefühle nichtreligiöser Menschen bei der Wahrnehmung von soviel muslimischer Selbstgerechtigkeit verletzt werden. Angesichts dieser Sachlage von der westlichen Bevölkerung undifferenziert und voraussetzungslos „Respekt für den Islam“ einzufordern, ist unanständig und anmaßend.

Längst hat sich bei uns so etwas wie eine parteiübergreifende islamophile Machtströmung etabliert, die von im arabischen Raum agierenden Großkonzernen über grüne PolitikerInnen bis hin zu islamophilen Migrationswissenschaftlern und ‚Experten’ reicht und auch den antisemitisch-neonazistischen Rechtsextremismus integriert hat. So ist es kein Zufall, dass dem einstigen RAF-Terroristen und heutigen Rechtextremisten Horst Mahler der Paß entzogen werden mußte, um ihn an der Teilnahme an einer Konferenz von Holocaustleugnern im Teheran zu hindern. Sogar ein Popularideologe wie Oskar Lafontaine schwadroniert jetzt über eine „Schnittmenge“ zwischen vorgeblicher „Linkspartei“ und Islam.

Eine gründlichere Beschäftigung mit den Inhalten der islamischen Religion zeigt eindeutig die Unhaltbarkeit der vielfach gestreute Legende vom durch und durch friedlichen und toleranten Charakter des Islam. So gibt es im Koran und in den Überlieferungen des Propheten genügend Anknüpfungspunkte für die Legitimation einer militant-herrischen Auslegung. Wir müssen uns der Tatsache bewusst werden und stellen, dass sich innerhalb der muslimischen Glaubensgemeinschaft ein starker konservativ-fundamentalistischer Block etabliert hat, der auch hinter der aktuellen Empörungswelle steht. Während diese lautstarken und durchaus einflussreichen Kräfte das Grundprinzip unserer säkular-demokratischen Lebensordnung, nämlich die Trennung von Religion, Staat und Privatsphäre strikt ablehnen, missbrauchen sie die ihnen hier gewährten Rechte, um ihren religiösen Absolutismus Stück für Stück in unsere Gesellschaft zu infiltrieren. Wohlgemerkt, ich sage nicht, dass alle Muslime eine solche Glaubensauslegung und Vorgehensweise an den Tag legen, aber diese Variante verfügt über einen Massenanhang. Andererseits gibt es viele Einwanderer aus muslimischen Ländern, die dem strengen Regelkorsett der islamischen Herrschaftskultur entflohen sind und hier im Rahmen einer säkular-demokratischen Grundordnung leben wollen. Mit ihnen gemeinsam sollten wir dem grundrechtswidrigen Gesetzesislam die Stirn bieten und keine faulen Kompromisse eingehen.


Hartmut Krauss


(Osnabrück, Februar 2006)
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