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Der Exodus der Christen aus dem Nahen Osten hat biblische Ausmaße angenommen. Ganze Familien und Dörfer verlassen ihre arabische Heimat. Stadtviertel in Bagdad und Beirut entvölkern sich. Bethlehem und Nazareth leiden unter der christlichen Auswanderung.
Der Islamapoploget des DLF vermeidet das Wort Vertreibung. Aus Vertreibung wird Auswanderung.
Die Stammlande des Christentums könnten schon bald ohne nennenswerte christliche Gemeinden sein. Die Entwicklung ist dramatisch. Ihre negativen Folgen werden weit über die betroffenen Regionen hinaus spürbar sein. In den vergangenen 20 Jahren haben mehr als zwei Millionen Christen die Länder des Nahen Ostens verlassen - darunter Hunderttausende christliche Kopten aus Ägypten, Zehntausende aus dem Libanon und aus Palästina.
Vor 50 Jahren waren noch 15 Prozent der palästinensischen Bevölkerung christlich. Heute sind es noch magere zwei Prozent. Tendenz fallend. Die Gründe für den Exodus der Christen aus dem Nahen Osten sind vielfältig: politische Diskriminierung, gesellschaftlicher Druck, wirtschaftliche Verarmung, religiöse Unterdrückung, terroristische Bedrohung.
Kein Sterbenswörtlein vom Islam bis hierhin. Denn der hat ja mit der islamischen Christenverfolgung nichts zu tun. Politische Diskriminierung? Die Politreligion Islam ist nicht gemeint. „Gesellschaftlicher Druck“ ersetzt die Täterschaft. Aber dann kommt Baumgarten zur Sache, nämlich:
Besonders drastisch ist die Entwicklung im Irak. Ende Oktober sind 50 Katholiken in der Sayida-an-Najāt-Kathedrale in Bagdad kaltblütig ermordet worden. Seit 2003 hat knapp die Hälfte der einst rund 1,2 Millionen irakischen Christen ihr Heimatland verlassen.
Wir ahnen schon, von wem das ausgeht:
Damals schickte sich der wiedergeborene Christ George Bush junior an, den Irak zu demokratisieren. Die Folgen dieses mit Lügen und gefälschten Beweisen ins Werk gesetzten Waffenganges sind verheerend.
Aha, der „Christ“ aus dem Westen ist schuld an der islamischen Christenverfolgung. Was wäre auch anderes zu erwarten vom Sprachrohr der deutschen Islamlobby als schamlose Islamumschleimung. Natürlich weiss der Hofberichterstatter, was er sagt, weshalb er noch ein wenig Sand nachstreut:
Doch sie erklären nur teilweise den sich immer mehr beschleunigenden Auszug der Christen aus dem Nahen Osten.
Für Baumgarten liegen die Gründe der Vertreibung der Christen aus den islamischen Ländern ganz klar im Westen. Aber er kann das nicht ganz so unverdünnt verkaufen, muss noch ein wenig hinzu erklären, immer unter strikter Vermeidung der Nennung des Islam. So als sei von der Judenverfolgung im nationalsozialismus die Rede, ohne die Nazis zu nennen, und man gebe allenfalls als Gründe die "Kriegssituation" an.
Die christliche Minderheit im Irak beispielsweise hat zu keinem Zeitpunkt mit den alliierten Truppen sympathisiert oder gar kollaboriert. Unter Saddam Hussein bekleideten khaldäische Christen hohe Positionen im Staatsapparat. Der gemeinsame christliche Glaube mit den westlichen Besatzern sowie die Mitwirkung in Saddams Regierungsmannschaft sind zum Malus der irakischen Khaldäer geworden und macht sie zum Freiwild sunnitischer Extremisten.
Dass die Christen für die Islamgläubigen zu den Ungläubigen gehören und dass der Islam, wo er die Macht hat (die er unter dem Baath-Regime nicht hatte) keine Ungläubigen duldet, sagt der Verschleierungsbeauftragte der deutschen Islamlobby nicht, die mit Thorsten Gerald Schneiders als skrupellosem Denunzierer jeder fundierten Islamkritiker im DLF vertreten ist. Der Terror gegen die Christen soll nur mit dem Westen zu tun haben und allenfalls von „Extremisten“ ausgehen. Die extremistischen Lehren des Koran bleiben ausgeblendet, wie bei dem Islamumsülzer Schulze, für den die islamische Christenverfolgung nur aus Kollateralschäden innerislamischer Konflikte beseht. Der islamische „Druck“ auf die Christen, dessen Zunahme Baumgarten zwar erwähnt unter sorgfältiger Vermeidung aller historischen Fakten der islamischen Christendezimierung im Nahen Osten, wie die Expertin für die Dhimmitude, Bat Ye´Or sie vorgelegt hat, ist nach der Logik der Islamophilie auch auf die westlichen Kolonialmächte zurückzuführen.
Der Druck auf die christlichen Minderiheiten in mehrheitlich muslimischen Ländern hat seit dem 19 Jahrhundert stetig zugenommen. Damals unterwarfen christliche Mächte wie England und Frankreich muslimische Reche.
Kein Wört darüber, wie diese Reiche zustandekamen; in welchen blutigen Eroberungszügen das islamische Imperium entstand. Einen islamischen Imperialismus kennt Baumgarten nicht.
Nach dem Abzug der Kolonialmächte leitete der aus Europa übernommene Nationalismus in allen muslimischen Ländern den Niedergang der jeweiligen christlichen Gemeinschaften ein. Die neuen Staaten gründeten sich auf einer ideologischen Mischung aus Nationalismus und Islam.
Was diese „Mischung“, die sich schon in der NS-Kooperation mit dem Mufti von Jerusalem so erfolgreich bewährte, von islamischer Seite auszeichnet, diese Faschismuskompatibilität, verrät Baumgarten nicht. Auch vom originären Judenhass des Islam weiss er nichts. Nachdem er aber dann doch den islamischen Anteil an der Vertreibung der Christen aus den islamischen Ländern erwähnen muss, erscheint der Islam bzw. der sog. Islamismus nur als Nachahmung des christlichen Mittelalters. Das islamische Mittelalter scheint ja frei von Gewalt gewesen zu sein.
Christen im Libanon, in Ägypten, in Syrien und dem Irak versuchten dem in säkularen Parteien entgegen zu wirken. Mit dem Scheitern des so genannten arabischen Sozialismus und der verheerenden Niederlage im Sechs-Tage-Krieg von 1967 gewannen in allen arabischen Staaten islamische und zunehmend auch islamistische Ideologen an Bedeutung. Die Islamisten von heute streben das an, was im christlichen Mittelalter bereits vorgemacht wurde: die religiöse Säuberung.
Von der islamischen Säuberung des Nahen Ostens von Christen durch die Jahrhunderte des islamischen Imperialismus weiss Baumgarten ebenfalls nichts. Die Geschichtsverblendung hat System. Der Ausblendung aller islamischen Eroberungsgewalt folgt die Verschleierung der Gewalt, die als religiöse Vielfalt umschreiben wird in bester Apologetenmanier. Er kann zwar nicht umhin, auch die Judenvertreibung zu erwähnen, aber das Wort Säuberung bleibt dem christlichen Mittelalter vorbehalten. Für die Säuberung der judenreinen arabischen Länder fehlen dem Geschichtsbereinigungsbeauftragten alle Begriffe.
Über viele Jahrhunderte war die kulturelle und religiöse Vielfalt in mehrheitlich islamischen Ländern die treibende Kraft für zivilisatorischen Fortschritt.
Der Niedergang des Christentums im Nahen Osten unter dem islam, den Baumgarten als religiöse Vielfalt beschönigt, wird dem islam auch noch als zivilisatorischre Fortschritt zugeschrieben. Dass der Islam bis heute weltweit die treibende Kraft für zivilisatorischen Rückschritt ist, scheint für den DLF nichts mit dem Islam zu tun zu haben, dessen aggressiver Fortschritt in Europa mehrmals militärisch zurückgeschlagen werden musste, sonst befände Europa sich heute auf der präzivilisatorischen Stufe der islamischen Barbarei des Gottesstaats mit Schariarecht. Der DLF ist darüber sogar im Bilde, aber er windet sich um die nackten Geschichtsfakten:
Der durch wachsenden Druck verursachte Auszug der Christen ist nicht zuletzt ein Indikator für die zivilisatorische Stagnation der arabischen Länder. Die arabischen Juden haben den Irak, Ägypten, Marokko und den Jemen bereits vollständig verlassen. Nun gehen die Christen. Es droht eine zivilisatorische Monokultur, die der Gesamtbevölkerung von religiösen Eiferern aufgedrängt wird. Die Folgen werden eine zunehmende Verengung des geistigen Horizonts und damit einhergehend wachsender Fundamentalismus und religiöse Unduldsamkeit sein.
Das alles ist längst jenseits des Deutschlandfunks bekannt, und kann auch von diesem nicht mehr auf der ganzen Linie unterschlagen und als Folge der westlichen Politik hingestellt werden. Die Desinformationsmedien können nicht mehr sämtliche Tatsachen der islamischen Christenvertreibung verschweigen, darum versucht man sie als nicht primär islamisch auszugeben. Aber kaum hat Baumgarten zugeben müssen, dass der massenhafte Exodus der Christen aus dem Nahen Osten stattfindet, behauptet er als Clou des ganzen Verdrehungsversuchs und der Geschichtsverzerrung, dass die Ursache die Nahostpolitik des Westens sei. Soll heissen, die eigentliche Ursache für die islamische Christenverfolgung ist die Existenz Israels